STE-Paderborn

Pubertät: Das rätselhafte Alter

 

Wenn Jugendliche rebellieren, provozieren, immer wieder auf der Suche nach dem nächsten „Kick“ sind oder sich total zurückziehen und für niemanden mehr erreichbar sind, sind sie im rätselhaften Alter: der Pubertät.

Hatte man früher noch geglaubt, dass diese sprunghaften Verwandlungen ausschließlich auf den veränderten Hormonhaushalt zurückzuführen sind, so ist die neuere Hirnforschung davon überzeugt, dass sich das Volumen des Hirns vor den Teenagerjahren enorm vergrößert , wobei die verschiedenen Hirnregionen keineswegs im Gleichtakt reifen.

Dieser Umbau des Gehirns ist erst mit dem 25. Lebensjahr abgeschlossen. Weiterlesen

Mobbing

Was versteht man unter Mobbing?

Der Begriff kommt aus dem Englischen von „to mob“: schikanieren, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen und „mob“: Meute, Gesindel, Pöbel, Bande.

Es ist eine spezielle Form der Aggression, die dadurch charakterisiert ist, dass das Opfer wiederholt und systematisch aggressiven Akten eines oder mehrerer Täter ausgesetzt ist. Mobbing wird bei Kindern häufig auch als Bullying bezeichnet.

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Facetten des ADHS

Man kann sagen, ADHS ist brillant. Es zeichnet sich durch seinen Facettenreichtum aus, nicht nur in Hinblick auf seine Erscheinungsweise. Sondern vor allem im Hinblick auf die vielen Deutungen, mit welchen es bedacht wird. Für den Neurobiologen Gerald Hüther sind Kinder mit ADHS Menschen „die sich nicht funktionalisieren lassen“, sich den Ansprüchen der Gesellschaft widersetzen. Lynn Weiss, die amerikanische ADS-Spezialistin und selbst von dem Syndrom betroffen, spricht hingegen positiv von ihrem ADHS:“ Bin ich froh, dass ich ADS habe!“ Anders der Dichter Edgar Allan Poe. Auch er war betroffen. Unter diesem Eindruck lässt er den Held einer seiner Erzählungen fragen:“Lebte ich nicht vielleicht in einem Traum und sterbe als ein Opfer geheimer und schrecklicher äußerer Kräfte, die in uns wirken?“ Die Beispiele, wie ADHS interpretiert wird, lassen sich fortsetzen. Weiterlesen

Aus dem Leben eines erfolgreichen Legasthenikers

Fabian Joas

Das Telefon klingelte, es meldetet sich ein Autor von der ProSieben Serie Galileo. Ob ich bereit wäre, meine Geschichte als „erfolgreicher Legastheniker“ zu erzählen. Ich überlegte, ob ich wieder „der Legastheniker“ sein wollte. In den letzten fünf Jahren meines Lebens hat meine Legasthenie kaum mehr eine Rolle gespielt. Ich hatte für eine Unternehmensberatung gearbeitet, war mit dem Rucksack um die Welt gereist und habe ein Promotionsstipendium ergattert. Ich hatte in dieser Zeit nicht das Gefühl, dass mich meine Legasthenie noch stark beeinträchtigt oder dass sie für irgendjemanden, den ich kenne, noch eine Rolle spielte. Weiterlesen

“Ich esse eure Suppe nicht!”

Einige ungewöhnliche Verhaltensweisen, die sich ums Essen drehen, werden in unserer Gesellschaft mediziniert.

Sie werden als Krankheiten betrachtet, entsprechend behandelt und auch mit pathologisierenden Begriffen belegt. Aus systemischer Sicht ergibt sich die Bedeutung der Verweigerung von Nahrung oder vom Vertilgen großer Mengen in kürzester Zeit aus dem jeweiligen Zusammenhang, in den dieses Verhalten eingebettet ist.

Folgerichtig sind auch die Möglichkeiten des Umgangs mit problematischem Essverhalten andere.

Ziel einer familientherapeutischen Behandlung von Klientinnen mit merkwürdigem Essverhalten ist es, die familiären Beziehungen dahingehend zu verändern, dass sich der Index-Klientin Möglichkeiten eröffnen, ihr restriktives Essverhalten aufzugeben.

Vgl. hierzu: Psychotherapie der Essstörungen, Thieme Verlag Stuttgart 1997

Sorge, Schwarze: „Ich esse eure Suppe nicht!“, Verlag Modernes Leben, Dortmund 2006