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Neu! Aus der systemischen Praxis!

Liebe BesucherInnen meiner Homepage:  Sie finden hier unregelmäßig kleine Geschichten, Zitate, Aphorismen oder interessante Gedanken.

Diese werden Sie vielleicht erheitern, nachdenklich stimmen und können hilfreich sein, dem systemischen Weg von der Problembeschreibung zur Zielerreichung näher zu kommen.

Viel Spaß dabei!

Ziele statt Probleme: Lösungsorientierung

Ein alter Indianer erzählt seinem Enkel: „In meinem Herzen leben zwei Wölfe. Der eine ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst, des Misstrauens und des Neides. Der andere Wolf ist der Wolf des Lichtes, der Liebe, des Vertrauens und der Lebensfreud. Beide Wölfe kämpfen oft miteinander.“

„Welcher Wolf gewinnt?“ fragt der Enkel. „Derjenige, den ich füttere“, sagt der Indianer.

Wer kennt das nicht: wenn es uns nicht gut geht, verbringen wir viel Zeit damit, über die Probleme nachzudenken. Damit binden wir unsere Kraft an die Vergangenheit und verstärken, wie der Indianer in dem Gespräch, die Probleme. Viel hilfreicher ist es jedoch, nach möglichen Lösungen und Ressourcen zu suchen.

Vgl. Rainer Schwing/ Andreas Fryzer: Systemische Beratung und Familientherapie, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 2015, S. 54f.

“Ich esse eure Suppe nicht!”

Einige ungewöhnliche Verhaltensweisen, die sich ums Essen drehen, werden in unserer Gesellschaft mediziniert.

Sie werden als Krankheiten betrachtet, entsprechend behandelt und auch mit pathologisierenden Begriffen belegt. Aus systemischer Sicht ergibt sich die Bedeutung der Verweigerung von Nahrung oder vom Vertilgen großer Mengen in kürzester Zeit aus dem jeweiligen Zusammenhang, in den dieses Verhalten eingebettet ist.

Folgerichtig sind auch die Möglichkeiten des Umgangs mit problematischem Essverhalten andere.

Ziel einer familientherapeutischen Behandlung von Klientinnen mit merkwürdigem Essverhalten ist es, die familiären Beziehungen dahingehend zu verändern, dass sich der Index-Klientin Möglichkeiten eröffnen, ihr restriktives Essverhalten aufzugeben.

Vgl. hierzu: Psychotherapie der Essstörungen, Thieme Verlag Stuttgart 1997

Sorge, Schwarze: „Ich esse eure Suppe nicht!“, Verlag Modernes Leben, Dortmund 2006

Pubertät: Das rätselhafte Alter

 

Wenn Jugendliche rebellieren, provozieren, immer wieder auf der Suche nach dem nächsten „Kick“ sind oder sich total zurückziehen und für niemanden mehr erreichbar sind, sind sie im rätselhaften Alter: der Pubertät.

Hatte man früher noch geglaubt, dass diese sprunghaften Verwandlungen ausschließlich auf den veränderten Hormonhaushalt zurückzuführen sind, so ist die neuere Hirnforschung davon überzeugt, dass sich das Volumen des Hirns vor den Teenagerjahren enorm vergrößert , wobei die verschiedenen Hirnregionen keineswegs im Gleichtakt reifen.

Dieser Umbau des Gehirns ist erst mit dem 25. Lebensjahr abgeschlossen. Weiterlesen

Der Wanderer

In der persischen Mystik wird von einem Wanderer erzählt, der mühselig auf einer scheinbar endlos langen Straße entlang zog.

Er war über und über mit Lasten behangen. Ächzend und stöhnend bewegte er sich Schritt für Schritt vorwärts, beklagte sein hartes Schicksal und die Müdigkeit, die ihn quälte.

Auf seinem Weg begegnete ihm in der glühenden Mittagshitze ein Bauer. Der fragte ihn:“Oh, müder Wanderer, warum belastest du dich mit diesen Felsbrocken?“- „zu dumm,“ antwortete der Wanderer, „aber ich hatte sie bisher noch nicht bemerkt.“

Darauf warf er die Brocken weit weg und fühlte sich viel leichter.

Wiederum kam ihm nach einer langen Wegstrecke ein Bauer entgegen, der sich erkundigte: „Sag, müder Wanderer, warum plagst du dich mit einem halbfaulen Kürbis auf dem Kopf und schleppst an Ketten so schwerer Eisengewichte hinter dir her? “Es antwortete der Wanderer:“Ich bin sehr froh, dass du mich darauf aufmerksam machst; ich habe nicht gewusst, was ich mir damit antue.“

Er schüttelte die Ketten ab und zerschmetterte den Kürbis im Straßengraben. Wieder fühlte er sich leichter.

Doch je weiter er ging, umso mehr begann er wieder zu leiden. Ein Bauer, der vom Feld kam, betrachtete den Wanderer erstaunt: „Oh, guter Mann, du trägst Sand in deinem Rucksack, doch was du in weiter Ferne siehst, ist mehr Sand, als du jemals tragen könntest. Und wie groß ist dein Wasserschlauch – als wolltest du die Wüste Kawir durchwandern. Dabei fließt neben dir ein klarer Fluss, der deinen Weg noch weit begleiten wird!“ „Dank dir, Bauer, jetzt merke ich, was ich mit mir herumgeschleppt habe.“

Mit diesen Worten riss der Wanderer den Wasserschlauch auf, dessen brackiges Wasser auf dem Weg versickerte, und füllte mit dem Sand aus dem Rucksack ein Schlagloch, Er blickte an sich herab, sah den schweren Mühlstein an seinem Hals und merkte plötzlich, dass der Stein es war, der ihn noch so gebückt gehen ließ. Er band ihn los und warf ihn, soweit er konnte, in den Fluss hinab.

Frei von seinen Lasten wanderte er durch die Abendkühle, eine Herberge zu finden.

 

Zit. Nach Nossrat Peseschkian: Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast, Herder 7. Auflg. 2014S. 14 ff.